| Bettelnde Katzen um die Füße, auf der Campingplatzterrasse neben der Boccia-Bahn (schon Adenauer kam zum Comer See) ein für Italienische Verhältnisse reichhaltiges Frühstück mit Schinken, Melone und Ei, die über die Berge glotzende Sonne und Luckys Glücksmomente wegen des angebotenen Müslis konnten nicht darüber hinwegtrösten, dass die drei nett anzuschauenden Ungarinnen in ihrem Peugeot 206 erst beim Wegfahren entdeckt wurden.
Es dauerte eine Weile, bis wir unsere Klamotten im großzügig bemessenen 6-Personen-Apartement mit riesiger Dachterrasse zusammengesucht hatten. Hier hätte man es ein paar Tage aushalten können, aber in See-Nähe soll man Moppeds wegen der Gefahr der durch offene Kurbelhausentlüftungen ins Innere kriechenden Nachtfeuchte maximal eine Nacht stehen lassen. |
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| Nicht die großen, berühmten Straßen sind es, die runterzuballern die wahre Freude bringen und grandiose Ausblicke geben, sondern die kleinen Lokalsträßlein zu den Bergdörfern links und rechts der großen Alpentransversalen. Man kommt zwar nicht voran, aber dorthin, wo sich nicht die Bikerhorden tummeln. Deshalb sei jedem, der voller Lust durch die Berge fliegen und mit jeder Art von Straßenbelag klarkommen will, geraten, einfach mal abzubiegen. So wie zwischen Lecco und San Pellegrino gibt es auch zwischen Menaggio am Comer See und der Schweizer Grenze Richtung Lugano ganz fantastische Straßen, die irgendwann ganz oben in Dörfern enden, von denen sogar noch Naturwege weiterführen. Da ist aber der Riemenantrieb einer Buell zu empfindlich. Der Tipp: Rauf nach Cavargna und weiter. Das ist das Terrain einer Buell: enge Kurven, hartes Bremsen, völlig unterschiedliche Straßenbeläge, heftige Steigungen und auch mal lange Kurven. Dazu als Würze: Dröhnende Galerien, vergessene Dörfer, tiefe Abgründe, kein Geländer, knorrige Menschen, satte Almwiesen und viele friedliche Kühe samt ihrer Hinterlassenschaften auf der Strecke. | ![]() |
| Dann wieder Arbeit: Stickiger Stadtverkehr in Lugano, gequältes Langsamfahren bis Bellinzona (boah, ist Schnellfahren in CH teuer!), dann bei geringerer Polizeidichte flotte Fahrt Richtung Bernardino und tunnelmeidend volle Möhre über den alten Pass. Dann über den Splügen wieder nach Italien und die unglaublich abenteuerlich angelegte Strecke in Spaghettirichtung (also immer kringelig) runter nach Chiavenna. Dort an der Hauptkreuzung studierten wir das Selbstregulativ sich einer Kreuzung annähernden Italienischen Verkehrsteilnehmern. Die Beobachtung fand natürlich in bequemer Haltung aus 5m Entfernung aus einer Bar bei Cappu und Panini calde statt. | ![]() |
| Dann wieder rüber in die Schweiz, denn dort gibt es nicht nur bei Shell das 98oktanige Elexir. Weiter über den Malojapass, St. Moritz, Bernina (kalte Füße, kalte Finger!) und links rum wieder nach Italien über den Forcola nach Livigno, einer ziemlich ausgestorbenen steuerfreien Zone, aber immerhin mit einem Internetcafé, in dem wir uns mit Maus und Bier vergnügten, nachdem wir aus Rache für die zugeschissenen Pässe Teile einer Kuh verspeist hatten.
Bevor behauptet wird, Buell und XR seien völlig unproblematische und auch unter Extrembedingungen absolut zuverlässige Spaßgeräte, warten wir noch den letzten Tag ab. |
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